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Wie man eine Buddha-Statue wie ein Sammler liest

Autor : Peter Vredeveld

Wie man eine Buddha-Statue wie ein Sammler liest

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Die meisten Menschen sehen eine Buddha-Statue und denken: schön.

Ein Sammler sieht etwas ganz anderes.

Nicht, weil ein Sammler weniger emotional ist, sondern weil er gelernt hat, über die Schönheit hinauszuschauen. Er bleibt nicht beim Ausdruck, bei der Haltung oder bei der Oberfläche stehen. Er liest die Statue. Er sucht nach Hinweisen: nach dem Mudra, den Proportionen, dem Material, der Gusstechnik, den Gebrauchsspuren, der Rückseite, dem Sockel und den vielen kleinen Details, die erkennen lassen, ob das Stück stimmig, alt, gut gearbeitet, regional korrekt und historisch glaubwürdig ist.

Das ist der eigentliche Unterschied zwischen dem Bewundern einer Buddha-Statue und dem Verstehen einer solchen.

Wenn Sie mit Vertrauen kaufen, Qualität schnell erkennen oder einfach lernen möchten, wie erfahrene Sammler ein Stück beurteilen, zeigt Ihnen dieser Leitfaden, wie man eine Buddha-Statue so liest wie ein Sammler.

Was bedeutet es, eine Buddha-Statue zu „lesen“?

eine Buddha-Statue lesen

Eine Buddha-Statue zu lesen bedeutet, sie als mehr als nur ein dekoratives Objekt zu betrachten.

Ein ernsthafter Sammler fragt nicht nur: „Gefällt sie mir?“ Er fragt:

  • Was tut diese Figur?
  • Ist es wirklich ein Buddha?
  • Passt das Mudra zur Haltung?
  • Passt der Stil zur angegebenen Region?
  • Ist das Material für diesen Stil stimmig?
  • Wirkt die Alterung der Oberfläche natürlich?
  • Ist die Ausführung stark genug für die behauptete Periode und Herkunft?
  • Erzählen alle Teile der Statue dieselbe Geschichte?

Ein Sammler liest eine Statue so, wie ein Experte ein Manuskript liest: Jede Linie, jede Unterbrechung und jede Unstimmigkeit ist wichtig.

Deshalb können zwei Statuen für einen flüchtigen Betrachter ähnlich wirken, während sie für einen Sammler in Authentizität, Qualität, Alter und Wert Welten voneinander entfernt sind.

Die Denkweise eines Sammlers: Schönheit allein genügt nicht

Die Denkweise eines Sammlers: Schönheit allein genügt nicht

Sammler beurteilen eine Statue beim ersten Blick nur selten als ein vollständiges Gesamtbild. Sie zerlegen sie gedanklich.

Sie betrachten zuerst die Hände. Dann das Gesicht. Dann die Schultern. Dann die Gewandlinien. Dann den Sockel. Dann die Rückseite. Dann das Material. Dann die Gebrauchsspuren.

Erst danach fügen sie das gesamte Stück wieder zusammen.

Das ist einer der größten Unterschiede zwischen dekorativem Kaufen und dem Blick eines Sammlers. Ein dekorativer Käufer lässt sich von der Atmosphäre leiten. Ein Sammler von Stimmigkeit.

Eine überzeugende Oberfläche bedeutet wenig, wenn die Ikonographie nicht stimmt. Ein schönes Gesicht bedeutet wenig, wenn der Guss schwach ist. Eine dunkle Patina bedeutet wenig, wenn die Unterseite eine moderne Form verrät. Eine angesehene Provenienz bedeutet wenig, wenn die physischen Merkmale sie nicht stützen.

Sammler beginnen mit Skepsis. Sie gehen davon aus, dass sich das Stück erst beweisen muss.

Diese Denkweise schützt sowohl das Urteilsvermögen als auch das Geld. Sie führt auch zu einer tieferen Wertschätzung, denn wenn eine Statue richtig ist, dann ist sie auf viele Arten zugleich richtig.

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Beginnen Sie mit der Identität: Ist es überhaupt ein Buddha?

Bevor Sie sich mit Stil, Alter oder Qualität befassen, müssen Sie zuerst klären, was Sie eigentlich vor sich haben.

Viele Käufer verwechseln Buddhas, Bodhisattvas, hinduistische Gottheiten und spätere Andachtsfiguren, weil sie sich nur auf ein ruhiges Gesicht oder eine sitzende Haltung konzentrieren. Sammler beginnen jedoch mit der Identität.

Ein Buddha wird in der Regel an einer Kombination der folgenden Merkmale erkannt:

  • Mudra
  • Mönchsgewand
  • Ushnisha
  • verlängerte Ohrläppchen
  • eine vereinfachte spirituelle Ausstrahlung statt königlicher Ornamentik

Ein Bodhisattva erscheint oft reicher geschmückt, mit Schmuck, Kronen, Schals und fürstlichen Ornamenten. Hinduistische Gottheiten erkennt man meist an Attributen wie Waffen, Lotussen, Muschelhörnern, Scheiben, Dreizacken, Tieren oder mehreren Armen.

Diese erste Unterscheidung ist entscheidend. Wenn die Figur zu Beginn falsch bestimmt wird, ist jede weitere Schlussfolgerung danach ebenfalls falsch.

Schritt 1: Lesen Sie zuerst die Haltung und das Mudra

Haltung und Mudra

Wenn es einen Punkt gibt, an dem jeder Sammler beginnt, dann sind es die Hände.

Das Mudra ist keine dekorative Geste. Es ist eine wesentliche Form der Identifikation. Es zeigt, was die Figur tut, welcher Moment oder welche Qualität dargestellt wird, und gibt oft den ersten Hinweis darauf, ob die Statue ikonographisch korrekt ist.

Die wichtigsten Mudras, auf die Sammler achten

Bhumisparsha-Mudra – die Erde berührend

Bhumisparsha-Mudra

Die rechte Hand reicht nach unten zur Erde, meist über das Knie. Die linke Hand ruht im Schoß.

Dies ist eine der bekanntesten Buddha-Gesten und bezieht sich auf den Moment des Erwachens, in dem der Buddha die Erde als Zeugin anruft.

Sammler prüfen nicht nur, ob die Hand nach unten weist. Sie achten auch darauf, ob die Bewegung natürlich, ausgewogen und strukturell überzeugend wirkt.

Dhyana-Mudra – Meditation

Dhyana-Mudra

Beide Hände ruhen im Schoß, die Handflächen nach oben gerichtet, oft eine über der anderen.

Dies steht für Meditation, Konzentration und innere Stille.

Ein Sammler achtet hier auf die Ruhe der gesamten Komposition. Wenn die Haltung unruhig wirkt oder die Hände unbeholfen erscheinen, stimmt etwas nicht.

Abhaya-Mudra – Furchtlosigkeit

abhaya-mudra

Die Hand ist erhoben, die Handfläche zeigt nach außen.

Diese Geste drückt Schutz, Zuversicht und die Abwesenheit von Angst aus.

Sammler achten genau auf die Ausarbeitung der Finger. Schwache, stumpfe, verwachsene oder miteinander verschmolzene Finger weisen oft auf einen schlechten Guss oder eine spätere Massenproduktion hin.

Dharmachakra-Mudra – Lehre

dharmachakra mudra

Die Hände werden nahe vor der Brust in einer lehrenden Geste gehalten.

Dieses Mudra ist oft komplexer und dadurch besonders aufschlussreich. Je komplizierter die Anordnung der Hände ist, desto schwieriger ist sie gut auszuführen, und desto schneller wird schwache Handwerkskunst sichtbar.

Varada-Mudra – Gewährung

Varada Mudra

Die Hand ist gesenkt und in einer offenen Geste des Gebens oder Segnens gehalten.

Wieder geht es nicht nur darum, ob die Hand „nach unten“ zeigt. Entscheidend ist, ob Anatomie, Geste und Ausdruck stimmig sind.

Worauf Sammler bei den Händen wirklich achten

Sammler bleiben nicht beim Benennen des Mudras stehen. Sie untersuchen die Ausführung.

Sie fragen:

  • Sind die Finger einzeln ausgearbeitet?
  • Gibt es anatomische Spannung?
  • Wirkt die Geste bewusst gesetzt?
  • Sind die Hände zu weich, zu dick oder zu vereinfacht?
  • Gehören beide Hände stilistisch zu derselben Figur?

Hände gehören zu den schwierigsten Teilen, die man gut schnitzen oder gießen kann. Genau deshalb verraten sie so viel.

Schritt 2: Lesen Sie zuerst die Silhouette, dann die Details

Erfahrene Sammler verstehen ein Stück oft schon über seine Silhouette, bevor sie zu kleineren Merkmalen übergehen.

Warum? Weil sich der regionale Stil oft zuerst in der Gesamtform zeigt.

Fragen Sie:

  • Ist der Körper kompakt oder langgestreckt?
  • Ist der Oberkörper breit oder schmal?
  • Ist der Kopf groß oder fein ausgearbeitet?
  • Wirkt die Figur schwer und geerdet oder leicht und fließend?
  • Erhebt sich die Statue streng vertikal, oder besitzt sie eine rhythmische, lebendige Bewegung?

Bevor Sie auf Finger oder Gesichtszüge zoomen, sagt die gesamte Silhouette bereits aus, ob das Stück eher in eine thailändische, burmesische, indische, Khmer-, nepalesische oder tibetische Bildwelt gehört.

Sammler erkennen einen Stil oft schon aus drei Metern Entfernung, nicht weil sie raten, sondern weil die Silhouette die innere Logik einer Tradition in sich trägt.

Schritt 3: Ordnen Sie die Statue einem regionalen Stil zu

Sobald Mudra und Silhouette verstanden sind, stellt der Sammler die Frage: Wo gehört diese Statue hin?

Hier geraten viele Gelegenheitskäufer ins Stocken. Sie erkennen einen „asiatischen Stil“, doch Sammler grenzen viel präziser ein. Sie vergleichen Gesichtstyp, Gewandbehandlung, Form der Ushnisha, Körperproportionen und die ornamentale Sprache mit bekannten regionalen Traditionen.

Indische Stile

Gandhara

gandhara

Oft aus grauem Schiefer gearbeitet, mit starkem griechisch-römischem Einfluss, welligem Haar und tiefen Gewandfalten.

Sammler achten hier auf Gewicht, Realismus und eine Drapierung, die sich fast wie eine klassische Toga verhält. Ein gandharisches Stück sollte nicht zart oder übermäßig ornamental wirken.

Mathura

mathura

Meist direkter indisch im Geist, oft aus rotem Sandstein, mit stärkerer Körperpräsenz und einheimischeren Proportionen.

Das Gewand kann eng am Körper anliegen, statt in schweren Falten zu fallen. Brust und Oberkörper bleiben visuell wichtig.

Gupta

Statue aus der Gupta-Periode

Verfeinerung, Ausgewogenheit, Ruhe, idealisierte Gelassenheit im Gesicht und kontrollierte Eleganz.

Der Gupta-Einfluss gehört zu den großen Wendepunkten der buddhistischen Skulptur. Viele spätere Traditionen übernehmen etwas von ihrer Weichheit, Harmonie und spirituellen Idealisierung.

Thailändische Stile

Dvaravati

Früh, oft breit und in der Form relativ einfach, mit starkem indischen Erbe.

Lopburi

Im Ausdruck mit den Khmer verwandt, oft fester und strukturierter, manchmal mit stärkerer Geometrie im Gesicht.

Sukhothai

Einer der raffiniertesten und elegantesten Stile der thailändischen buddhistischen Kunst: fließende Kontur, anmutige Streckung, geschwungene Augenbrauen, verfeinerter Ausdruck und oft eine flammenartige Ushnisha.

Sammler schätzen Sukhothai, weil dieser Stil Rhythmus besitzt. Er atmet. Genau deshalb sind aber auch viele falsche oder stilistisch verwirrte Beispiele im Umlauf. Fehlt diese Verfeinerung, wird die Zuschreibung schwächer.

Ayutthaya und spätere thailändische Traditionen

Oft breiter, formeller und manchmal aufwendiger, mit je nach Periode und Typ unterschiedlich stark ausgeprägter Ornamentik und königlicher Präsenz.

Burmesische Stile

Pagan

Oft introvertiert, ernst und strukturell kraftvoll.

Ava

Meist sanfter und stilisierter, mit verfeinerter Gewandbehandlung und eleganten, flammenartigen Kopfformen.

Shan

Oft schlanker, mit einer eigenständigen Gesichtsform, die überregionale Einflüsse zeigen kann.

Mandalay

Häufig erkennbar an einer reichen Oberflächenbehandlung, tiefer geschichteten Gewändern und einer gepflegten, andächtigen Ausstrahlung.

Nepalesische und tibetische Traditionen

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Diese sind für Sammler besonders wichtig, weil die handwerkliche Qualität außergewöhnlich sein kann.

Nepalesische Newar-Bronzen werden für ihre metallurgische Qualität, feine Detailarbeit, sichere Gussausführung und anspruchsvolle Oberflächen geschätzt. Tibetische buddhistische Skulpturen teilen aufgrund tiefer historischer Verbindungen oft visuelle und technische Beziehungen zur Newar-Handwerkskunst.

Sammler achten in diesem Bereich besonders auf:

  • die Qualität der Legierung
  • die Schärfe des Gusses
  • Einlegearbeiten
  • die Form der Krone
  • die Gestaltung des Lotussockels
  • rituelle Korrektheit
  • proportionale Disziplin

Schritt 4: Prüfen Sie, ob Stil, Ikonographie und Material übereinstimmen

Hier trennen sich Sammler von gewöhnlichen Käufern.

Eine Statue sollte nicht nur alt aussehen. Sie sollte stimmig sein.

Das ist das Prinzip der Konsistenz.

Ein Sammler fragt:

  • Passt dieses Mudra zur Region?
  • Gehört dieses Gesicht zu diesem Körper?
  • Ist diese Gewandbehandlung für die behauptete Periode stimmig?
  • Passt dieser Sockel zu der Figur darüber?
  • Gehört das Material zu dieser Art von Objekt?
  • Unterstützt die Oberfläche die behauptete Herkunft?

Wenn eine Statue Merkmale aus nicht zusammengehörenden Zeiten oder Regionen kombiniert, werden Sammler sofort vorsichtig.

Eine Fälschung muss nicht offensichtlich falsch aussehen. Sie muss nur historisch unstimmig sein.

Schritt 5: Lesen Sie das Material wie einen Beweis

Material ist niemals zufällig.

Sammler wissen, dass Holz, Bronze, Stein, Lack, Vergoldung und Oberflächenbehandlung alle zu bestimmten Traditionen gehören.

Bronze

Bronze gehört zu den aufschlussreichsten Materialien, weil sie den Herstellungsprozess sichtbar macht.

Sammler achten auf:

  • Wandstärke
  • Schärfe des Gusses
  • Nähte
  • Öffnungen an der Unterseite
  • Reste des Gusskerns
  • die Anmutung der Legierung
  • Gewichtsverteilung
  • Abnutzung an erhabenen Stellen
  • das Verhalten der Vergoldung

Eine alte Bronze aus dem Wachsausschmelzverfahren sollte individuell wirken. Sie sollte sich nicht mechanisch wiederholend anfühlen.

Die Unterseite ist von enormer Bedeutung. Sammler drehen eine Statue oft zuerst um, weil der Sockel offenbart, was die Vorderseite zu verbergen versucht.

Holz

Holz erzählt eine andere Geschichte.

Sammler achten auf:

  • das Verhalten der Maserung
  • Schwindungsmuster
  • Verbindungen
  • altersbedingte Risse
  • alte Lackschichten
  • Spuren von Insekten
  • realistische Abnutzung an hervorstehenden Partien

Echtes Alter im Holz folgt der Struktur. Risse verlaufen meist mit der Maserung und nicht zufällig quer darüber. Moderne Imitationen liegen hier oft falsch.

Stein

Bei Stein lesen Sammler sowohl die Schnitzarbeit als auch die Geologie.

Sie fragen:

  • Ist der Stein für die vermutete Region passend?
  • Passt die Verwitterung zum Material?
  • Sind die Werkzeugspuren von Hand gearbeitet oder maschinell?
  • Sind vertiefte Bereiche noch lebendig in ihrer Schnitzenergie?
  • Wurde die Oberfläche künstlich eingefärbt?

Stein sollte nicht nur nach seiner Farbe beurteilt werden. Bruch, Textur, Härte und das Verhalten beim Schnitzen sind ebenso entscheidend.

Vergoldung und Lack

Diese Oberflächen können äußerst aufschlussreich sein.

Alte Vergoldung nutzt sich in der Regel allmählich ab. Sie wird an erhabenen Stellen dünner und bleibt in geschützten Bereichen stärker erhalten. Moderne Oberflächenbehandlungen liegen oft zu gleichmäßig auf oder blättern in einer Weise ab, die historisch nicht überzeugend wirkt.

Alter Lack baut meist Tiefe durch viele Schichten auf. Neue Imitationen können flach, plastikartig oder zu unmittelbar wirken.

Schritt 6: Achten Sie auf die handwerkliche Ausführung, nicht nur auf das Alter

Dies ist einer der wichtigsten Punkte, die Sammler verstehen und viele Käufer nicht:

Alt bedeutet nicht automatisch gut.

Eine alte, schwache Statue bleibt eine schwache Statue.

Ein späteres, aber meisterhaft ausgeführtes Stück kann deutlich besser sein als ein früheres, aber schwaches Beispiel.

Sammler beurteilen immer die Qualität der Ausführung.

Wo sich handwerkliche Qualität am schnellsten zeigt

Hände und Füße

Diese gehören zu den schwierigsten Partien in der Ausführung. Achten Sie auf Klarheit, Gliederung, Anatomie und Anmut.

Gesicht

Nicht nur auf den Ausdruck, sondern auf die Kontrolle. Ist der Mund gut geformt? Wirken die Augenlider intelligent? Passt die Nase zum Stil? Überzeugen die Ohren?

Gewandlinien

Reagieren sie auf den Körper? Fallen sie logisch? Sind sie tief, fließend und bedeutungsvoll, oder eher kratzig und dekorativ?

Lotussockel

Sind die Blütenblätter scharf, proportional und strukturell überzeugend? Oder wirken sie wiederholend und stumpf?

Rückseite und Seiten

Ist die Statue rundum ausgearbeitet? Oder wurde nur die Vorderseite ernsthaft behandelt?

Eine Regel für Sammler lautet: Fragen Sie immer, wo der Künstler die größte Kontrolle hatte und wo mögliche Schwächen verborgen wurden.

Eine große Statue bleibt auch in den Nebenzonen stark.

Schritt 7: Lernen Sie, Alter zu erkennen, ohne sich vom „alt wirkenden“ Eindruck täuschen zu lassen

Hier machen viele Käufer teure Fehler.

Künstliche Alterung ist weit verbreitet. Schmutz ist leicht. Verfärbung ist leicht. Chemische Patina ist leicht. Echtes Alter ist schwerer.

Sammler lesen Abnutzung logisch.

Sie fragen:

  • Wo würden Hände diese Figur natürlicherweise berühren?
  • Wo würde Reibung entstehen?
  • Wo würde sich Feuchtigkeit absetzen?
  • Wo würde sich Staub ansammeln?
  • Wo würde Vergoldung länger erhalten bleiben?
  • Würde dieser Teil realistisch scharf bleiben, wenn ein anderer Teil bereits abgenutzt ist?

Natürliche Alterung sieht meist so aus

  • weicher an exponierten, hervorstehenden Stellen
  • stärkere Ablagerungen in Vertiefungen
  • allmählicher Übergang, kein plötzlicher Effekt
  • Abnutzung, die zu Gebrauch, Berührung und Schwerkraft passt
  • innere Stimmigkeit über die gesamte Statue hinweg

Künstliche Alterung sieht oft so aus

  • gleichmäßig verteilte grüne oder dunkle Oberfläche
  • dramatische Krustenbildung an Stellen, an denen sich in Wirklichkeit nichts ablagern würde
  • künstliche Kratzer ohne erkennbare Logik
  • chemische Farbe, die auf der Oberfläche sitzt, statt Teil davon zu werden
  • ein alt wirkender Körper mit verdächtig frischen Details an anderer Stelle

 

Alter muss physisch nachvollziehbar sein.

Das ist der Schlüssel.

Schritt 8: Drehen Sie die Statue um

Dieser Punkt verdient einen eigenen Abschnitt, weil Sammler dies instinktiv tun.

Urteilen Sie niemals nur nach der Vorderseite.

Die Vorderseite ist der Bereich, von dem Verkäufer, Hersteller und Restauratoren wissen, dass der Blick zuerst dorthin fällt. Die Wahrheit liegt oft woanders.

Prüfen Sie immer:

  • die Unterseite des Sockels
  • die Rückseite des Kopfes
  • die hintere Kante des Gewands
  • die Rückseite des Lotussockels
  • Verbindungen und Ansetzungen
  • das Innere hohler Bereiche, falls sichtbar

Der Sockel kann Folgendes offenbaren:

  • moderne maschinelle Bearbeitung
  • Gipsfüllung
  • neuere Verschlussplatten
  • künstlichen Schmutz
  • die Logik des Gusses
  • echte altersbedingte Oxidation
  • ob die Statue ernsthaft zum Betrachten gemacht wurde oder nur für den schnellen Verkauf

Viele minderwertige Objekte fallen bei der Prüfung des Sockels sofort durch.

Schritt 9: Fragen Sie sich, ob die Statue mit einer Stimme spricht

Hier ist ein Prinzip, das in allgemeinen Online-Leitfäden oft fehlt:

Eine gute Statue hat eine Stimme.

Alles gehört zusammen.

Das Gesicht, die Hände, der Körper, der Lotus, das Material, das Alter, die Oberfläche, die Abnutzung, der Sockel und die Ausstrahlung stützen einander.

Ein schwaches oder zusammengesetztes Stück hat oft mehrere Stimmen.

Der Kopf sagt die eine Region. Der Körper eine andere. Der Sockel verweist auf etwas Späteres. Die Patina erzählt wieder etwas anderes.

Sammler identifizieren nicht nur einzelne Teile. Sie achten auf Einheit.

Diese Fähigkeit ist einer der großen Unterschiede zwischen dem Auswendiglernen von Merkmalen und dem wirklichen Erlernen des Lesens.

Häufige Fehler bei der Bestimmung einer Buddha-Statue

Nur nach dem Gesicht urteilen

Ein schönes Gesicht kann von einer schwachen Statue ablenken.

Patina zu schnell vertrauen

Dunkle oder grüne Oberflächen beweisen kein Alter.

Die Rückseite ignorieren

Viele schwache Stücke sind nur auf die Wirkung von vorne ausgelegt.

Papieren mehr glauben als dem physischen Beweis

Dokumentation kann helfen, aber das Objekt selbst ist entscheidender.

Ornament mit Qualität verwechseln

Mehr Details bedeuten nicht automatisch bessere Handwerkskunst.

Annehmen, dass alt gleich wertvoll ist

Alter ohne Qualität, Integrität oder innere Stimmigkeit schafft keinen großen Wert.

Probleme durch Stilvermischung übersehen

Ein Stück kann beeindruckend aussehen und dennoch historisch unmöglich sein.

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